Boeing 737 / 737-Max - Sammelthread

  • Pobeda ist nicht so groß wie die Mutter Aeroflot und fliegt bereits fast 30 B737-8. Wenn die Gängelei durch den russischen Staat so massiv wäre, würde nicht zuletzt auch Aeroflot lauthals auf Bestellungen bei Airbus und Boeing verzichten.


    Das Problem sind die 737MAX und Boeing. Nicht die 737-8 oder 9 oder der A320. Man drückt jetzt einen Fuß in die Tür, um die Chance zu wahren, ein unausgegorenes russisches Produkt in die Flotte zu zwängen, von dem man heute noch nicht weiß, wie es sich im Echteinsatz in drei bis vier Jahren verhält.


    Die russische Luftfahrtindustrie gibt sich zwar alle Mühe, mitzuhalten, aber im Grunde leiden sie immer noch an den Folgen des Umschwungs 1989. Bis dahin hatten die Hersteller keine Auftragsprobleme, denn die sowjetische Regierung stützte aus politischen (und folglich auch aus militärischen) Gründen diesen Wirtschaftszweig enorm.

    Befreundete Staaten kauften die Maschinen damals in der Sowjetunion (mal von Rumänien abgesehen), westliches Gerät fand damals nur über Mietverträge den Weg in den Ostblock (MALEV, LOT) und es wurden im Prinzip nach der Il-86, Tupolev 204 oder An-124 keine neuen Produkte entwickelt.

    Nach 1991 lief zwar die Produktion der Sowjet-Bestseller immer noch, während sich die Luftfahrt-Erde weiterdrehte. Allerdings hatten spätestens zu diesem Zeitpunkt bereits die wichtigsten osteuropäischen Fluggesellschaften begonnen, auf westliches Gerät umzustellen, weil nicht nur Wirtschaftlichkeit ins Zentrum des Interesses gerückt war, sondern auch die Lärmbestimmungen nach den regelmäßig aktualisierten Regelungen der ICAO.

    Spätestens mit "Stage III" war es nicht nur mit den alten Boeings oder DC-8/9 etc. Ende der 1990er zu Ende, sondern auch mit den Maschinen aus russischer Produktion.

    Seit Mitte der 1990er Jahre wurden nur bewährte Muster weitergebaut und modernisiert (zB. Tu-214 und Il-96), neue Passagierflugzeuge tauchten dabei nicht auf - mal vom "SuperJet" abgesehen.

    Politische Fehlentscheidungen und wenige Joint-Ventures mit westlichen Herstellen sowie die letzten Wirtschaftssanktionen führten in den letzten 20 Jahren dazu, dass die russische Luftfahrtindustrie deutlich zurückfiel und die russischen Gesellschaften bei Airbus und Boeing einkauften.


    Während die russische Propaganda das naturgemäß anders darstellt.

  • Das Grounding der B737-MAX wird wohl noch eine ganze Weile andauern, da Boeing für die nach den Abstürzen in die Kritik geratene Steuerungs-Software MCAS mehr Zeit benötigt um diese zu überarbeiten. Auch die FAA bezieht diesbezüglich mittlerweile klar Position:



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  • Hat zwar etwas länger gedauert, aber nun hat der unfehlbare amerikanische Präsident doch noch ein paar Tipps für Boeing parat, wie man ganz einfach aus dem Schlamassel wieder rauskommt und die 737-Max doch noch zum Erfolg wird.


    Kurz zusammengefasst: die bestehenden Probleme lösen, ein paar tolle Funktionen (was auch immer das sein mag) hinzufügen und dann dem Kind einen neuen Namen geben - und schon wäre das Thema erledigt.


    Warum ist da nur vor ihm niemand drauf gekommen? :/


    https://www.aerotelegraph.com/…marketingtipps-umbenennen

  • Entgegen der Empfehlung der US-amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, besteht der kanadische Verkehrsminister nach dem Software-Update darauf, dass Piloten vor der Wiederaufnahme des regulären Betriebs mit der MAX zunächst ein Simulatortraining durchlaufen müssen.


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  • Genau diese Vermutung drängt sich auf. Böing hatte die Fluggesellschaften nämlich bislang immer mit dem Argument geködert, ein paar Stunden am Computer würden ausreichen, den Flieger sicher zu bedienen. Damit sollten vor allem teure Simulatorstunden vermieden werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Aufsichtsbehörden anderer Länder dem Beispiel der Kanadier ebenfalls folgen und sich nicht wieder von Worthülsen des Herstellers („Wir haben ein sicheres Flugzeug noch sicherer gemacht...“) einlullen lassen.


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  • Boeing arbeitet fieberhaft an der Wiederzulassung der 737 MAX. Allerdings dürften wohl noch mindestens drei weitere Monate vergehen, bis der Jet wieder abheben kann. Die FAA kündigte Karfreitag eine auf 90 Tage angelegte Testphase an, die am 29. April beginnen soll und an der insgesamt zehn internationale Luftfahrtbehörden teilnehmen werden. Neben den Amerikanern beteiligen sich Australien, Brasilien, Kanada, China, die EU, Japan, Indonesien sowie Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate.


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