Germania (ST/GMI)

  • Ab Sommer 2018 nimmt Germania fünf weitere Strecken in den Flugplan auf. Von Berlin aus werden die Linien nach Adana, Dalaman, Samsun, Kayseri und Gaziantep angeboten. Das ganze dann insgesamt zehnmal wöchentlich ab TXL und SXF.

    Quote

    Nicht alle neuen Germania-Routen sind für Urlauber in der Türkei interessant: Während Dalaman ein wichtiger Flughafen für den Badetourismus am Mittelmeer darstellt, liegt Gaziantep nicht weit von der syrischen Grenze entfernt. Das Auswärtige Amt rät dazu, nicht zwingend erforderliche Reisen in diese Region zu vermeiden.


    Q.: aero.de

    Q.: aero.de

  • Gestern noch wurde in der Gerüchteküche der Name Joachim Hunold genannt, der mit 20 Millionen Euro die Gesellschaft bis zum Sommer über Wasser halten sollte,

    War wohl nicht mehr als ein magerer Versuch, den Mitarbeitern und Investoren nochmal für ein paar Stunden Hoffnung vorzutäuschen.


    Nach Angaben der Fluggesellschaft wurde Germania im letzten Jahr durch ganz widrige Umstände extrem gebeutelt. Vor allem der gestiegene Kerosinpreis, Euro-Abwertung und dann auch noch ein hoher Serviceaufwand bei den Flugzeugen sollen dafür verantwortlich sein.


    Da wir alle - und auch die Luftfahrtbranche im besonderen - das Jahr 2018 auch erlebt haben, müssen wohl noch andere Gründe im Spiel gewesen sein, wenn kein Geld reingekommen ist.

    Zu wenig Passagiere, Provinzflughäfen, um die sogar Ryanair einen großen Bogen fliegt und vielleicht auch die viel zu günstigen Angebote der etwas besser aufgestellten Konkurrenz...?


    Ralf

  • Ja, das stimmt wohl schon - wenn man das unter dem Gesamtaspekt "Billiges Fliegen" betrachtet. Und da liegt halt des Hasen Kern: da wir alle auf die billigen Reise- (bzw. Urlaubs-) angebote geradezu fliegen, bleibt die Kostendeckung (nicht nur bei den Airlines, sondern auch die Hotels und Reiseveranstaltern) irgendwo auf der Strecke. Und das wird sich in den nächsten Jahren noch verschlimmern.

    Germania ist zwar nach AirBerlin die älteste noch verbliebene Gesellschaft gewesen und hatte einen hohen Bekanntheitsgrad - geholfen hat ihr das aber nicht.

    Mit ihren am Ende vier Millionen jährlichen Passagieren wurde sie irgendwann zu einem Nischenprodukt, das für sich die kleinen Flugplätzchen wie z.B. Rostock oder Friedrichshafen und zeitweise auch mal Kassel entdeckt hat, um dort Angebot und Nachfrage zu bedienen.

    Diese Plätze finden sich zwar auch in den Katalogen von Reiseveranstaltern, aber die richtigen großen Mengen werden halt ab Düsseldorf, Frankfurt oder München etc. wegbewegt und nur hier sind auch die Vertragsfluggesellschaften wie Condor oder TUI zu finden, die ihre Flotten jedes Jahr vergrößern müssen, weil die Nachfrage stetig gestiegen ist.

    Ich denke, dass Germania dazu halt nicht in der Lage war, auf den großen Flugplätzen mitzuhalten - auch wenn die meisten Maschinen geleast waren. Der Großteil der Germania-Flotte bestand aus A319 und einigen B737-7, die maximal 150 Sitze in der Kabine haben. Lediglich die A321 haben deutlich über 200 Plätze in der Kabine.

    Die Konkurrenz fliegt unter 189 Sitzen in der B738 (TUI, Sunexpress) und 180 im A320 (Condor) gar nicht mehr los.

    Kann gut sein, dass das Wachstum der Germania auch durch diesen Faktor begrenzt wurde.


    Wenn ich lesen muss, dass Rostock zum Beispiel im Jahre 2017 fast 300000 Passagiere abgefertigt hat und die Hälfte davon waren Germania-Passagiere, freut mich das zuerst schon.

    Heißt für mich aber auch im Umkehrschluss, dass sich die Manager des Flughafens jetzt warm anziehen müssen, denn wenn der Hauptkunde weggebrochen ist, fallen die Passagierzahlen ebenfalls mal locker um die Hälfte.

    Nicht zu vergessen, die Reiseveranstalter, die jetzt sehen müssen, wie sie die Verträge halten und wo sie die entsprechende Anzahl an Ersatzgerät herbei holen können, damit die Kunden ihre Reise doch noch antreten können.


    Wie gesagt - das wird nicht besser werden. Mal sehen, wen es als nächstes erwischt....